Jihadismus gegen die Willkommenskultur

„Wenn die Tat ein weiterer Sargnagel für die fragile deutsche „Willkommenskultur“ wird, ist dies ein Sieg für den IS und alle radikalen Islamisten weltweit.“

Hannah Wettig via Jungle World

Mit jedem Attentat in Paris, in Brüssel, in Istanbul wuchs die Angst. Wird es ein stehengelassener Rucksack sein wie damals in Madrid? Ein Sprengkörper in einer Mülltonne wie kürzlich in New York? Nun war es ein LKW wie in Nizza. Ein Laster raste in einen beliebten und belebten Weihnachtsmarkt vor einer der bekanntesten Kirchen Berlins – zwölf Tote, Dutzende Verletzte. Auch wenn die Motive hinter der Tat noch nicht geklärt sind, spricht vieles dafür, dass es sich um einen Anschlag in der Tradition der oben genannten handelt.

Hinter den benannten Anschlägen steckt noch eine Logik, die sich schon in den frühesten Schriften militanter Islamisten findet. Der moderne Islamismus hat von Anfang an auf den Gegensatz von Orient und Okzident gebaut. Die These vom „Zusammenprall der Zivilisationen“ ist nicht die Erfindung Samuel Huntingtons. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der Gründer der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna, von diesem Gegensatz gesprochen. Der radikale Ideologe Said al-Qutb hat die These in seinen Gefängnisschriften ausgebaut.

Dass Orient und Okzident unvereinbar im Widerspruch stünden, ist Kern islamistischer Ideologie. Es ist die Grundlage für ihre sichtbarste politische Forderung: Die Verschleierung der Frau und die Ablehnung jeglichen „westlichen“ Verhaltens – womit eine Vielzahl von Verhaltenweisen gemeint sein kann, von Sport bis Make-up. Diese These ist aber auch Grund für die Leerstelle der islamistischen Politik in Bezug auf alle anderen Fragen: Sie haben keine wirtschaftlichen, sozialstaatlichen oder sicherheitspolitischen Konzepte. Genau deshalb brauchen sie diesen Gegensatz so dringend: Andere Erklärungen für die Missstände der Welt, etwa kapitalismuskritische, sozialdemokratische oder auch imperial-neoliberale, haben sie nicht.

Ihr Zulauf in der Bevölkerung baut allein darauf, dass die Islamisten seit Jahrzehnten predigen, dass das Westliche und die Verwestlichung an allem Übel schuld seien – wohlgemerkt: Nicht „der Westen“ wie es die Antiimperialisten meist missverstehen und so in den Islamisten Brüder im Geiste erkennen, sondern jegliches Verhalten und alle Symbole, die westlich anmuten.

Das Schlimmste, das dem politischen Islam passieren kann, ist, dass dieses Weltbild bei ihrer potenziellen Anhängerschaft ins Wanken gerät. Darum sind gerade Muslime, die einen westlichen Lebensstil bevorzugen, ein bevorzugtes Angriffsziel. Aber auch den „Willkommenssommer“ in Deutschland im vergangenen Jahr müssen Islamisten als Gefahr wahrnehmen. Ausgerechnet ein Land der Ungläubigen hat hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen aus einem Krieg, den die Jihadisten als Werk der Ungläubigen darstellen und aus dem sie derzeit ihr größtes Kapital ziehen. Noch dazu erschienen diese Ungläubigen oft menschlicher gegenüber den Flüchtlingen als die muslimischen „Brüder und Schwestern“ in den Nachbarländern. Das liegt auch daran, dass die Kapazitäten dort ausgeschöpft sind. Aber der Einzelne erlebt es so, dass er in der Türkei, dem Libanon oder in Jordanien die Aussichtslosigkeit gigantischer Massenauffanglager erleben muss, während er in Deutschland mit offenen Armen empfangen wird von Menschen, die ihn am Bahnhof mit Decken und Verpflegung erwarten. Ein Bild, ein Gegensatz, ein nachhaltiger Eindruck.

Als Kriegspartei ist Deutschlands Rolle irrelevant. Aber Merkels Deutschland als Leuchtturm der Hoffnung und Errettung aus dem Elend der Flucht – dieses Bild zu zerstören, würde den Interessen des „Islamischen Staates“ (IS) dienen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und mit ihr die Mehrheit der deutschen Bevölkerung haben den Gegensatz von Orient und Okzident – das Fundament des Islamismus selbst – für einen Moment aufgehoben. Gleich wer hinter der Tat von Berlin steckt – wenn sie ein weiterer Sargnagel für die fragile deutsche „Willkommenskultur“ wird, ist dies ein Sieg für den IS und alle radikalen Islamisten weltweit.

Nadia und Lamyia kämpfen gegen den IS

Nadia Murad und Lamiya Aji Bashar, zwei junge Frauen, die vor Hass, Mord und Vergewaltigung durch die IS-Terrormiliz (Daesh) aus dem Irak fliehen konnten, wurden am Dienstag mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit vom Europäischen Parlament ausgezeichnet.
In The Global Conversation sprechen sie über das, was ihnen widerfahren ist, aber auch über ihre Zukunft und ihre Hoffnung.

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Sacharow Preisträgerinnen

Minderheiten sind keine homogenen Gemeinschaften

Warum scheint es insbesondere ­europäischen Feministinnen oder Linken so schwer zu fallen, Religion grundsätzlich zu kritisieren?

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„Ein Teil der Linken sieht wegen seiner antiimperialistischen Neigung und seiner antikolonialen Perspektive jeden Widerstand gegen imperialistische Staaten als revolutionäre Kraft. Diese #Linke kann nicht verstehen, dass der #Islamismus, auch wenn er den westlichen Imperialismus herausfordert, ebenso eine regressive und unterdrückerische Kraft ist.“
Minderheiten sind keine homogenen Gemeinschaften

Residents of east Aleppo have sent out desperate messages imploring the international community to save civilians.

“Aleppo is being destroyed and burned completely,” said Mohammad Abu Rajab, a doctor in the besieged areas of the city, in a voice message. “This is a final distress call to the world. Save the lives of these children and women and old men. Save them. Nobody is left. You might not hear our voice after this. It is the last call, the last call to every free person in this world. Save the city of Aleppo.”
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Forces loyal to the Syrian regime in eastern Aleppo. Photograph: Xinhua / Barcroft Images

The End of Aleppo

Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse

Ein kurzes, lesenswertes Interview mit Frigga Haug über Marxismus und Feminismus.
„Dies bedeutet, dass Kapitalismuskritik und Feminismus nur zusammen als erfolgreiches Befreiungsprojekt gelingen können.“
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Seit etwa 40 Jahren versucht die Soziologin und Philosophin Frigga Haug, Marxismus und Feminismus zu vereinen – zunächst in der 68er- und der Frauen­bewegung ­sowie später als Soziologieprofessorin in Hamburg, als Mitherausgeberin der Zeitschrift »Das ­Argument« und als Redakteurin des »Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus«. Anfang Oktober nahm sie an der zweiten »Marxistisch-Feministischen Konferenz« in Wien teil.

Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse

„My Stealthy Freedom“ im Europaparlament

Im Iran sind Frauen seit der iranischen Revolution 1979 per Gesetz gezwungen ihre Haare in der Öffentlichkeit zu bedecken. „My Stealthy Freedom“ ist eine Kampagne, die 2014 von der iranischen Journalistin Masih Alinejad gegründet wurde und auf deren Internetseite Frauen Fotos von sich ohne Verschleierung veröffentlichen, um ein Zeichen gegen den Kopftuchzwang und Diskriminierung zu setzen. Hier eine Rede von Masih Alinejad vor dem europäischen Parlament, in der sie europäische PolitikerInnen dazu aufruft ihren Kampf zu untersützen und sich bei Iranreisen nicht protestlos dem Kopftuchzwang zu unterwerfen. Sie betont es gehe ihr darum selbst wählen zu dürfen, ob man ein Kopftuch tragen will oder nicht.

Kiki

Wir haben den Dokumentarfilm „Kiki“ vor einigen Wochen auf dem Queerstreifen Filmfestival in Regensburg entdeckt und möchten ihn euch ans Herz legen!
Zum Inhalt:
„Sara Jordenö porträtiert 25 Jahre später zusammen mit Kollaborateur Twiggy Pucci Garcon die aktuelle Ballroom- bzw. Kiki-Szene New Yorks. Tänzer wie der queere Christopher oder die transidente Gia Marie Love und sprechen über persönliche Erfahrungen mit Geschlechter-Ausdruck, Armut und Jugend-Obdachlosigkeit, Homo- und Transphobie, HIV und anderen Themen. Der Vogue bzw. die Kiki-Szene mit ihren “Familien” und “Häusern” geben ihnen Kraft, den harten Alltag zu bestehen.“

Stimmen von Frauen

Ein Ausschnitt einer von diestoerenfriedas zusammengetragene Sammlung von Stimmen von Frauen zu sexueller Gewalt. Im Zusammenhang mit den Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln entstanden aber heute aktuell wie nie:

Hilal Sezgin: „Ich bin es leid“ (Die Zeit, 6. Januar 2016)

Ich bin es leid, dass jede öffentliche Diskussion über sexualisierte Gewalt – falls überhaupt mal eine geführt wird – so schnell vor den Karren unzähliger anderer politischen Agenden gespannt wird, dass sie eigentlich schon keine Diskussion über sexualisierte Gewalt mehr ist. […] Dieselben Kommentatoren, die noch vor drei Jahren fanden, die junge Dame solle sich doch bitte nicht so anstellen, wenn der FDP-Opi was Nettes über ihren Busen sagt, wissen auf einmal ganz viel über die Sexualnot von Flüchtlingen und ziehen kühne kulturelle Bögen von Köln bis Kairo und Kabul.

Nadia Shehadeh: „Angstmacherei mit System“ (Neues Deutschland, 8. Januar 2016)

»Rape Culture« ist auch ein System, das sich von genau diesen diffusen Ängsten ernähren muss – nicht nur, um Opfer zu beschuldigen und Mythen zu reproduzieren, sondern auch um zu verhindern, dass eine wirkliche und großflächige Auseinandersetzung mit allen Arten von sexualisierter Gewalt und den Menschen, die diese erleben, stattfindet. Das Täterprofil dabei großflächig auf »ausländische Männer« auszulagern, ist dabei auch wichtiger Teil einer Schutzkultur. So wird erreicht, dass sexuelle Gewalt auf das »Fremde«, auf das »Draußen« reduziert wird – und nicht als etwas identifiziert wird, was in vielen Fällen beispielsweise auch im sozialen Umfeld geschieht, etwa im Falle von weit verbreiteter Beziehungsgewalt. Unsere sexistischen und gewaltvollen Strukturen werden verschleiert und Missstände ethnisiert – etwa dann, wenn davon ausgegangen wird, dass eine Meute betrunkener Männer nur bedrohlich sein kann, wenn diese »arabisch oder nordafrikanisch« (oder einfach: irgendwie ausländisch) aussehen. Es wird verschleiert, wo in unserer Gesellschaft überall Gewalt gegen Frauen ausgeübt, institutionalisiert, legitimiert und bagatellisiert wird.

Malaika Bunzenthal: „Rape Culture und rassistische Doppelmoral“ (Malifuror, 7. Januar 2016)

Ich weiß nicht mehr, was mich am Meisten aufwühlt. Dieser ganze Rasssismus als von Rassismus Betroffene? Die Instrumentalisierung von Vergewaltigungsopfern als selbst Vergewaltigungsopfer? Die Pseudo-Solidarität von Menschen, die im nächsten Moment wieder sexualisierte Gewalt kleinreden und Betroffene verhöhnen, beleidigen und bedrohen? Das Wissen, dass meine Vergewaltigung entweder als unwichtig oder als unmöglich (weil weißer Täter, nicht-weißes Opfer kann ja gar nicht sein) betrachtet wird? Die Erinnerung daran, was ich mir an verhöhnenden, kleinredenden, victim-blamenden Reaktionen auf meine Vergewaltigung an ebenfalls einem Silvesterabend, anhören musste von Menschen die nun im Fall von Köln Bestürzung und Empathie heucheln? Oder ist es auch die Angst davor wie viele rassistische Anschläge und Gesetze in den nächsten Tagen folgen werden?

Naida Pintul: Facebook-Rant (5. Januar 2016)

Es fallen Begriffe wie Rassismus, Instrumentalisierung, etc. Was für Begriffe nicht fallen: Männliche Gewalt, struktureller Sexismus, Frauenhass. […] Ist es einfach kompletter Konsens, dass Frauen in der Hierarchie der Solidarität so weit unten stehen? Ist es so absurd, Gewalt, die von Männern ausgeht, „männliche Gewalt“ zu nennen? Wieso verkommen die anwesenden Frauen dieser Nacht am Kölner Hbf zur Nebensache eines Antirassismus, der sie an letzter Stelle priorisiert? Wieso eröffnen wir keine Diskurse über eine solche Epidemie wie männliche Gewalt und Frauenhass?

Riham Alkousaa: „Meine Erfahrung mit Sexismus in Deutschland“ (Cicero, 6. Januar 2016)

Am ersten Tag, als meine beste Freundin über Griechenland in Berlin ankam, gab ich an, wie sicher diese Stadt sei. Ich sagte sogar: „Und das hier gilt als die unsicherste Stadt in Deutschland.“ Es war acht Uhr an einem Sommerabend. Wir waren mit zwei weiteren syrischen Freundinnen auf dem Alexanderplatz unterwegs. Wir wurden von einer Gruppe junger Männer belästigt, und hier muss ich sagen, dass es junge afrikanische Männer waren. Sie versuchten, das Handy meiner Freundin zu klauen. Als sie davonrannte, begann einer der Männer, ihr nachzulaufen. Sie schrie – drei Minuten lang, mitten auf dem Platz – „Nein, nein“ – während wir anderen drei ihnen folgten und die Diebe anschrien. Die Männer waren betrunken. Irgendwann ließen sie von uns ab. Alaa und ich waren schockiert. Auf einem öffentlichen Platz kam keiner, um uns zu helfen oder dazwischenzugehen. Alle schauten zu, aber niemand wagte es, uns beizustehen. Wir waren junge Frauen, mitten in Berlin, und ganz alleine. […] Der „Islamische Staat“ hat die Welt erfolgreich davon überzeugt, den Islam mit Terrorismus zu verbinden, und seit dem 11. September 2001 haben Muslime versucht, ein Bild zu korrigieren, das eine kleine Gruppe von Schurken erschaffen hat. Es macht mich traurig, dass diejenigen, die die Mädchen am Kölner Bahnhof attackierten, nicht begriffen haben, dass sie nicht nur den Opfern und sich selbst geschadet haben. Sie schaden den Tausenden, die ihre Heimat wegen genau solcher Verbrecher verlassen haben.

Betül Ulusoy: Facebook Post (5. Januar 2016)

Man denkt fast: Endlich! Endlich wird über Frauen, Frauenrechte, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt gegen Frauen in Deutschland gesprochen – und dann reden doch wieder alle nur über Männer.
Allerdings andere Männer, nordafrikanische Männer, fremde Männer. Und während wir wieder einmal damit beschäftigt sind, mit dem Finger auf vermeintlich andere zu zeigen, zeigen erneut drei Finger auf uns zurück […] Wem nutzen die Diskussionen heute also wieder? Den Frauen jedenfalls nicht. Wir tun uns und vor allem Frauen keinen Dienst, indem wir das Thema Gewalt gegen Frauen von uns weg und anderen zu schieben. Auf ihrem Rücken werden erneut heuchlerische Debatten über fremde Männer geführt.

Kübra Gümüsay: „Wir führen eine rassistische Debatte“ (Interview, Bayrischer Rundfunk, 7. Januar 2016)

Es ist jetzt nicht so, dass das inherent in der ägyptischen Kultur ist, dass Männer in Mobs rumlaufen und Frauen vergewaltigen. Ja, es gibt massiven Sexismus in Ägypten, es gibt aber auch sehr, sehr viele Männer und Frauen, die dagegen ankämpfen. Ich habe kein Problem damit, dass wir diese Debatte führen. Ich habe ein Problem damit, wie wir sie führen: auf eine rassistische Art und Weise. Wir tun so als seien diese Menschen aufgrund ihrer Herkunft so. Nein, diese Menschen sind so, weil sie in patriarchalen Strukturen leben. Diese Männer sind sexistisch und übergriffig, weil wir das anscheinend nicht genügend negativ sanktioniert haben. Sie sind so, weil sie sich innerhalb der vergangenen Jahre anscheinend ganz frei und selbstverständlich in patriarchalischen Strukturen bewegt haben. Das ist das Problem. Wollen wir, dass diese Männer jetzt alles, was ihre Kultur bedeutet, eliminieren und dann sind sie nicht mehr Sexisten? Nein.

Nochmal Nadia Shehadeh: Arabisch und nordafrikanisch aussehende Menschen™ (Shehadistan, 8. Januar 2016)

Ich weiß nicht wie viele Menschen in Deutschland seit Silvester 2015 glauben, dass Syrien in Nordafrika liegt, aber ich schätze es sind mehr als zehn. Ich weiß nicht wie viele Menschen in Deutschland seit Silvester 2015 glauben, die Mehrheit der nach Deutschland geflüchteten Menschen kommt aus Nordafrika™, aber ich glaube es sind mehr als 20. […] Selbst ich möchte nicht über arabische und nordafrikanische Länder sprechen because, they are not a country und ich keine Planetenexpertin. Ich bin froh wenn ich mir in Nablus ein Falafel bestellen kann ohne mich halbwegs zu blamieren – warum zum Teufel sollte ich jetzt also anfangen über Geschlechterordnungen in Mauretanien zu sprechen? Ich schätze, meine Cousins und Cousinen und Onkel und Tanten außerhalb Deutschlands (alle arabisch aussehend™, natürlich), haben mehr Sorge was mein Wohlergehen in Deutschland betrifft als das andersrum mein Orakeln über ihre akute Geschlechterordnung die Kackscheiße von Köln erklären könnte. Sie werden spätestens dann diese Sorgen entwickeln wenn sie sehen was grad in der internationalen Presse rumgeistert, nämlich die Behauptung, die Stadt in der ich lebe sei eine No-Go-Area für Frauen.

Sultana Sha: „Übergriffe in Köln: Als Muslima erlebt man desselbe“ (Huffington Post, 8. Januar 2016)

Ich bin aus Frankfurt und hier gibt es Orte, die ich tagsüber sogar vermeide. Dort sind viele Männer, die – je nachdem – in einem Café sitzen, Drogen verticken oder halt nach Frauen Ausschau halten (ganz nah neben einer Polizeidienststelle). Viele Männer aus einer bestimmten Region, mit einem bestimmten Migrationshintergrund, suchen explizit nach Frauen, die Kopftücher tragen. Ich muss sagen, dass ich keine 2 Minuten dort bin ohne irgendeine dumme Bemerkung zu hören. Und es vergeht kein Tag dort, ohne dass mindestens ein Typ kommt und nach der Nummer fragt. Ihm ist es glaube ich egal, ob ich sein Typ bin oder nicht, er sieht das Kopftuch und das zählt irgendwie.

Margaret Killgallen – Heroine

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Wir empfehlen dringend dieses kurze Portrait über Margaret Killgallen. Margaretes Motive sind voller Liebe zu den Heldinnen, die sie selbst erschuf – ihr Ziel: Den Blick auf Frauen in der Gesellschaft zu verändern. Neben Gemälden kennen wir Margaretes Arbeiten auch von Zügen und Murals. Rest In Peace Sweet Soul.