Posts Tagged ‘FGM’

Härtere Strafen für weibliche Genitalverstümmelung in Ägypten

Montag, Dezember 5th, 2016

Das Strafmaß für weibliche Genitalverstümmelung wird in Ägypten auf 5-7 Jahre erhöht. Ein Schritt in die richtige Richtung, jede Verstümmelung ist eine zu viel! Ca. 92% der erwachsenen Ägypterinnen sind von FGM (Female genital mutilation) betroffen, 35% planen auch ihre Töchter zu beschneiden. Noch immer erhalten laut WHO jährlich ca. 2 Millionen Mädchen dieser frauenverachtende und lebensgefährliche „Operation“.

Stop female genital mutilation!

Sonntag, Juli 1st, 2012

Anlässlich des Welttags gegen Genitalverstümmelung wurde im Februar vom WDR ein sehr sehenswerter Beitrag über weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland und Jawahir Cumars mutigen Kampf gegen diese menschenverachtende Praxis ausgestrahlt.

Aus dem Ankündigungstext:

„Es passiert irgendwo mitten in Deutschland. Wo niemand hinschaut und hinhört, die Schreie wahrnimmt. Irgendwo mitten in Deutschland werden Mädchen beschnitten, verstümmelt. Meistens sind es afrikanische Mädchen, gerade einmal vier oder fünf Jahre alt. Schmerzen beim Urinieren, bei der Periode. Sexualität, Geburten – äußerst schwierig. Das Lustempfinden – weg.
Seit 15 Jahren kämpft Jawahir Cumar aus Somalia, die als junges Mädchen nach Deutschland kam, gegen Beschneidung. In Düsseldorf leitet sie eine von nur drei Beratungsstellen für beschnittene Frauen bundesweit. Immer wieder schafft sie es auch, Mädchen vor der Beschneidung zu bewahren. Doch der Kampf gegen die Frauen verachtende Tradition ist hart, und nicht gewonnen.“

Hier die Homepage von stop-mutilation e. V. , dem von Jawahir Cumar gegründeten Verein.

Stop FGM!

Dienstag, Dezember 6th, 2011

 

 

Weibliche Genitalverstümmelung hat nichts mit Kultur, Tradition oder Religion zu tun. Sie ist Folter und ein Verbrechen, das bekämpft werden muss!

Waris Dirie, Desert Flower Foundation

Mindestens 150 Millionen Frauen auf dieser Welt wurden Opfer von weiblicher Genitalverstümmlung (female genital mutilation, FGM). Noch immer werden jährlich mindestens drei Millionen Mädchen in Afrika, Asien, aber auch in Europa, den USA und Australien genital verstümmelt. In Deutschland sind laut taskforcefgm 30 000 bis 50 000 Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht.

Die FGM gibt es seit vielen Jahrhunderten, die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit erhielt das Thema erst seit dem 1994 veröffentlichten „Hosken-Report“ der amerikanischen Feministin Fran P. Hosken. Viel beachtet wurde auch die Autobiographie „Wüstenblume“ von Waris Dirie, die 2009 verfilmt wurde.

Das Motiv für die FGM ist laut der Analyse von taskforcefgm, dass Mädchen und Frauen auf der Ebene der Sexualität kontrolliert werden sollen. Als Synonyme für diesen – männlichen – Anspruch werden Jungfräulichkeit, Keuschheit und Treue genannt. Wie bei jeder systematischen Gewalt gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, wird das tatsächliche Motiv (Unterdrückung, Kontrolle) durch austauschbare Mythen oder religiöse Begründungen verschleiert und gerechtfertigt. Die ideologische Basis bilden frauenverachtende Vorstellungen von Reinheit und Ästhetik. Die perfide Kombination aus gesellschaftlichen Sanktionen und Tabuisierung macht es für Einzelne nahezu unmöglich, aus diesem Kreislauf der Gewalt auszubrechen. Genitalverstümmelungen finden stets in einem Klima umfassender Diskriminierung und Unterdrückung statt, in dem Frauen als Ware und Eigentum betrachtet werden. Genitalverstümmelungen stehen dabei in direktem Zusammenhang mit Zwangsverheiratungen, meist von Kindern.

Eine Analyse des Zusammenhangs von FGM und Islam  versuchen Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Uwer von der Organisation WADI und stellen dabei unter anderem fest, dass FGM in islamischen Gesellschaften weit verbreitet sei. Die islamische Geistlichkeit sei  jedoch gespalten: „some clerics condemn FGM as an archaic practice, some accept it, and still others believe it to be obligatory.“ Ein großes Problem bei der Erforschung und Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung seien fehlende Statistiken, da es aufgrund von Tabus sehr schwer sei diese zu erstellen. Mit Islam und FGM im Nordirak befasst sich Arvid Vormann in der Jungle World.

Der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung wird inzwischen auch von WHO und UNO unterstützt, ist aber noch sehr weit davon entfernt gewonnen zu werden.