Die Kämpferinnen vom Bosporus

In der Türkei werden Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit beschnitten, Erdoğan-Kritiker werden entlassen und verhaftet. Für unabhängige Medien wird es immer schwieriger, darüber zu berichten, weil ihre Mitarbeiter in Gefängnissen auf ihre Anklageschrift warten und die Zivilgesellschaft durch den Ausnahmezustand ohnmächtig geworden ist – das Land verabschiedet sich von der Demokratie. Zumindest auf den ersten Blick. Denn während all das passiert, kämpfen sie unermüdlich weiter: die Frauen in der Türkei. Sie trotzen den staatlichen Repressionen und überwinden die tiefe Polarisierung in der Gesellschaft, sie kämpfen öffentlich für ein selbstbestimmtes und freies Leben.

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Grund­lagen einer Geschlechterapartheid

„Kopftuch im Unterricht? Zuletzt forderte der Türkische Bund Berlin-Brandenburg im Jahr 2015, muslimische Mädchen sollten in Ausübung der Religionsfreiheit die Schule mit dem Kopftuch besuchen dürfen – gegen den Willen von Lehrern und Schulleitern. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat in der vergangenen Woche nicht nur ein Kopftuchverbot an Schulen, sondern generell für Minderjährige gefordert. Die Soziologin Nailia Chikhi von Terre des Femmes hat mit der Jungle World über das Kopftuchverbot für Mädchen gesprochen.“
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Nestbeschmutzerinnen

Sehr empfehlenswerter Artikel von Koschka Linkerhand zum Stand feministischer Islamkritik:
„Über eine treffende Islamkritik hinaus soll­te es Nestbeschmutzerinnen aller Lager also um eine scharfe feministisch-materialistische Kritik der Religion als solcher gehen. Diese fußt auf ei­ner utopischen Hoffnung: Wenn es um die Eman­zipation der Menschen hin zu einer herrschafts­freien Gesellschaft gehen soll, muss Religion, wie wir sie kennen, aufhören. „

Sexuelle Revolutionen

Legalisierung von Homosexualität, Frauenrechte, freizügige Datingshows – seit einiger Zeit werden im Libanon strenge Tabus der arabischen Welt gebrochen.

Für die arabische Welt war das Urteil, das der libanesische Richter Rabih Maaluf fällte, nicht weniger als ein juristischer und gesellschaftlicher Meilenstein: Er verwarf die Anwendung von Paragraf 534 des libanesischen Strafgesetzes, der die öffentliche Moral schützen soll, indem er „Geschlechtsverkehr wider die Natur“ – also Homosexualität – ahndet.

Doch Maaluf entschied, die in Artikel 183 garantierte persönliche Freiheit wiege schwerer, und sprach sechs Transsexuelle frei, die wegen ihrer sexuellen Neigung in Haft saßen. Der Richterspruch vom Januar war nicht der einzige zugunsten von Schwulen im Libanon. Aber der erste, der ihren Rechten ein stabiles, juristisches Fundament verleiht – in einer Region, in der Homosexualität mancherorts immer noch mit dem Tod bestraft wird.

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Minderheiten sind keine homogenen Gemeinschaften

Warum scheint es insbesondere ­europäischen Feministinnen oder Linken so schwer zu fallen, Religion grundsätzlich zu kritisieren?

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„Ein Teil der Linken sieht wegen seiner antiimperialistischen Neigung und seiner antikolonialen Perspektive jeden Widerstand gegen imperialistische Staaten als revolutionäre Kraft. Diese #Linke kann nicht verstehen, dass der #Islamismus, auch wenn er den westlichen Imperialismus herausfordert, ebenso eine regressive und unterdrückerische Kraft ist.“
Minderheiten sind keine homogenen Gemeinschaften